Die Programme von Adobe, darunter InDesign, Photoshop und viele andere, sind heutzutage Standard in Druckereien. Doch wie wurden diese Programme über die Jahre verändert und wann wurden sie entwickelt? In diesem Blog werde ich versuchen, genau diese Fragen zu beantworten.
Der Grundstein wurde 1982 gesetzt, als John Warnock und Charles Geschke in Kalifornien Adobe Inc. gründeten. Das erste grosse Produkt von ihnen war Adobe PostScript, das im Jahr 1984 herauskam.
PostScript war eine Seitenbeschreibungssprache, die dem Drucker genau sagt, wo was wie gross oder in welcher Farbe gedruckt werden muss. Wenn man heute ein InDesign an einen Drucker schickt und ausdruckt, wird das Layout im Hintergrund in PostScript umgewandelt. Das ergibt dann einen Code, der an den Drucker geschickt wird. Der Drucker interpretiert diesen Code und berechnet die Seite. Genau das war damals neu und ermöglichte exakte und einheitliche Druckausgaben ohne Unterschiede oder Abweichungen in der Qualität.
1987 kam Adobe Illustrator auf den Markt. Illustrator wurde in einem Entwicklerteam innerhalb von Adobe Inc. entwickelt. Illustrator war damals hauptsächlich ein Vektorzeichnungsprogramm. Durch Vektoren waren Formen verlustfrei skalierbar und Linien wurden mathematisch berechnet. Auch damals war Illustrator schon sehr geeignet für Logos und technische Zeichnungen. Auch typografisch war Illustrator sehr fortgeschritten. Ausserdem war Illustrator direkt mit PostScript verbunden.
1986 wurde Adobe Photoshop erfunden, aber nicht von Adobe, sondern von Thomas und John Knoll. Damals war es mehr ein Bildanzeigeprogramm unter dem Namen „Display“. Die beiden erkannten das Potenzial für professionelle Bildbearbeitung. 1988 entstand ein Lizenzvertrag mit Adobe und das Programm wurde in Photoshop umbenannt. 1990 war dann die Veröffentlichung von Photoshop 1.0, damals exklusiv für den Macintosh, den damaligen Top-Computer. Ab 1994 wurde Adobe Photoshop dann richtig populär. Mit der Einführung von Ebenen konnte man erstmals non-destruktiv arbeiten (Fehler konnten erstmals rückgängig gemacht werden). Seitdem wurde Photoshop immer weiterentwickelt und technisch optimiert und es kamen laufend neue Funktionen hinzu, bis zu den heutigen KI-Funktionen.
Was in der heutigen Druckbranche auch sehr wichtig ist, ist das PDF-Format. Es entstand durch das Programm Acrobat, welches im Jahr 1993 herauskam und auf PostScript basierte. Plattformunabhängiger Dokumentenaustausch wurde dadurch erstmals richtig ermöglicht.
1999 kam dann Adobe InDesign auf den Markt, somit war das Adobe-Trio komplett: Bild, Grafik und Layout. Es gab bereits vor InDesign erste Desktop-Layoutprogramme, eines davon war Aldus PageMaker aus 1985. Das war auch der Grundstein von InDesign, denn 1994 wurde es von Adobe Inc. übernommen.
InDesign wurde von Adobe Inc. gezielt gemacht, um den damaligen Marktführer QuarkXPress vom Thron zu stossen. Der grosse Vorteil von InDesign war die gute Integration mit Photoshop und Illustrator.
Ab 2003 wurden mit der Einführung der CS-Suite InDesign, Photoshop, Illustrator und Acrobat im Paket angeboten. Der grosse Vorteil war: Dateien konnten direkt verknüpft werden, also zum Beispiel PSD-Dateien im InDesign, und es entstand ein einheitliches Farbmanagement mit CMYK-Profilen.
2013 kam die Einführung der Creative Cloud, also der Wechsel auf ein Abo-Modell. Seitdem folgten kontinuierlich Updates und die Zusammenarbeit der Programme wurde noch enger. Und da alles auf einer Cloud ist, war damals auch der Zugriff von verschiedenen Geräten neu.
Seit 2020 wurden auch immer mehr KI-basierte Funktionen in die Adobe-Programme eingebaut.
Fun Fact
Der Name Adobe kommt nicht von irgendeinem Nachnamen sondern von einem Fluss namens Adobe Creek der hinter dem Haus von einem der Gründer floss.
Mögliche Konkurrenz von Adobe
Auch wenn Adobe-Programme nach wie vor Standard in Druckereien sind, gibt es auch noch andere Programme von anderen Entwicklern, die zunehmend an Bekanntheit gewinnen.
Eine sehr beliebte Alternative zu Adobe ist Affinity. Affinity ist besonders bei Anfängern im Print- und Grafikbereich beliebt. Es ist viel günstiger als Adobe, funktioniert dennoch ähnlich und bietet auch Programme für Bild, Grafik und Layout.
Auch Internetprogramme wie Canva sind sehr beliebt, da sie sehr einfach zu bedienen und teilweise auch kostenlos sind.
Dass Adobe untergehen wird, ist dennoch sehr unwahrscheinlich, da es Standard in der Druckbranche ist und PDF/X-Einstellungen sehr weit verbreitet sind. Andere Programme bieten nicht die gleiche Professionalität wie die Programme von Adobe. Auch die Synchronisierung und Zusammenarbeit von verschiedenen Apps ist bei Adobe ein grosser Vorteil.
Begriffe erklärt
Vektoren: Grafiken, welche aus mathematischen Linien bestehen und ohne Qualitätsverlust vergrössert werden können.
PostScript: Sprache mit der der Computer dem Drucker genau sagt wie eine Seite aussehen soll.
Non destruktiv: Änderungen an einem Bild können rückgängig gemacht werden, ohne das Originalbild zu zerstören.
Ebenen: Man kann verschiedene Bestandteile einfach übereinanderlegen wie transparente Folien.
Desktop Layoutprogramm: Programm mit dem man Zeitschriften, Flyer oder Bücher gestaltet.
CMYK: Beschreibt die vier Grundfarben im Druck (Cyan, Magenta, Yellow und Black)


